:: vor der Gründung ::

 

Vor der Gründung

Die Gründung

Der Verein

1790 bis 1973

 von 1974 - 1986

von 1987 - 1995

von 1996 - 1999

von 2000 - 2004

von 2005 - 

1. Brandbekämpfung mit Feuerkübeln

Wie alle, innerhalb ihrer mittelalterlichen Mauern eng zusammengebauten Städte, war auch Dietfurt in früheren Jahrhunderten besonders brandgefährdet. Der Umgang mit offenem Feuer war unerlässlich, da es keine andere Möglichkeit des Kochens und Heizens gab. Die vielen Scheuen und Schuppen in den Hinterhöfen der Bürgerhäuser entlang des großen Marktplatzes, erhöhten die Gefahr noch weiter.

Leider liegen uns aus dieser Zeit keine schriftlichen Aufzeichnungen über Feuerschutz in unserer Stadt vor. Aber mit einiger Fantasie kann man sich gut vorstellen, wie die von Hochwasser, Hungersnöten, Feuersbrünsten, Pest und Krieg so häufig heimgesuchten Menschen sich gegenseitig in Not und Gefahr beistanden und halfen.

Wenn es damals auch noch keine organisierte Feuerwehr in der Stadt gab, so bestanden doch schon Selbsthilfeeinrichtungen der Bürgerschaften gegen den "roten Hahn". Turmwächter und Nachtwächter meldeten durch Rufe und Hornsignale ausbrechende Brände. Sofort eilten Männer und Frauen zu den Wasserstellen, den beiden Labern, oder zum sogenannten "Feuerbächl", das in einer steinernen Rinne durch die Stadt floss. In Windeseile wurden die mit Wasser gefüllten Ledereimer in einer Kette von Hand zu Hand bis zur Brandstelle gereicht.

Diese ledernen Eimer wurden stets geschlossen auf dem Rathaus aufbewahrt, um im Brandfall sofort bei der Hand zu haben. Aus den städtischen Protokollbüchern geht hervor, dass jeder neu in die Stadt aufgenommene Bürger seinen Beitrag zur Beschaffung der nötigen Feuerkübel leisten musste (meistens war es der Preis für einen halben Feuerkübel). Die Anzahl der verfügbaren Kübel hielt der verantwortliche Stadtschreiber zu Anfang und Ende des Rechnungsjahres peinlich genau in den heute noch erhaltenen Protokollbüchern fest. 

Das Dietfurter Rechnungsjahr begann am 1. September, dem Fest des „hl. Ägidius“, des Patrons der Stadt. Bei  der damaligen Materialknappheit ist es verständlich, dass diese Feuerkübel auch gerne privat genutzt wurden. So meldet zum Beispiel die Stadtkammerrechnung für Ägidi 1781 noch 80 Löschkübel. Der Abschluß des folgenden Jahres hält dann fest: „ Da aber bey der in der Georg Lindnerischen und so auch Gregori Gartnerischen Behausung in dem Kamine ausgebrochenen Feuers Brunst jedes Mal diebischer Weise ein Feuerkibel entwendet worden, also werden diesort in abgang gesetzt die nicht mehr zum Vorschein gekommenen zwei Kibel, Seynd also noch bei der Stelle 78 Feuer Kibel“. (Ägidi 1782)

2. Kauf der ersten Feuerspritze im Jahr 1782

Die Modernisierung des Dietfurter Feuerlöschwesens begann 1782, also vor mehr als 200 Jahren. Eine Regierungsanordnung zwang die Stadtväter, trotz der chronisch schwachen Finanzlage der Gemeinde, zum Kauf einer Feuerspritze. Sie wurde beim Glockengießer Johann Florito in Straubing, dem Sitz des Rentamtes, in Auftrag gegeben. Der Preis von 160 Gulden bereitete den Ratsherrn arges Kopfzerbrechen. Zuerst dachte man an die Umlegung des Betrages auf die gesamte Bürgerschaft. Doch wurde dieser Gedanke bald wieder verworfen, da die Verantwortlichen Angst vor dem Bürgerzorn hatten. Nach langem Überlegen fand man einen Ausweg: „Den 13. Juny 1782 empfangt von der allhiesig löblichen Sanct Salvatoris Capell die diesortige Stadt-Kammer zu Beyschaffung einer neuen Feuer-Sprizen, und weil man hiesige Bürgerschaft mit einer Anlag hierzu anzuhalten sich nicht getraute ein Capital zu 160 Gulden.“ Das uralte Benefizium der Salvatorkirche bei der Herrenmühle musste also damals zur Finanzierung herhalten.

 

Als aus Straubing die Nachricht eintraf, dass die neue Spritze aus Messing fertig war, machten sich Bürgermeister Lorenz Dirnhammer, der Ratsherr Jakob Weber, und als Sachverständige der Büchsenmacher Anton Steinhauser und der Schlosser Lorenz Higler dorthin auf den Weg, um sie abzuholen. Sie waren vier Tage zu Pferde unterwegs und hatten "laut anliegenden Freß-Zettel auf der Reiß verzöhrt 12 Gulden 23 Kreuzer". Auch der Wegzoll von 24 Kreuzern, der beim Durchreiten der Städte auf der Strecke entrichtet werden mußte, ist in der Kammerrechnung getreulich festgehalten. Außerdem erhielt der Bürgermeister als Futtergeld für seine Pferde noch extra sechs Gulden. Nach einer ersten Probe des neuen Gerätes gaben sie den Transport  einen Straubinger Lohnfuhrwerker für sechs Gulden und 30 Kreuzern in Auftrag, der die Spritze nach Hemau lieferte. Dort holte sie dann der Schlosser lorenz Hilger mit seinem Wagen um den Fuhrlohn von 30 Kreuzern ab.

Diese Feuerspritze scheint nahezu 90 Jahre ihren Dienst getan zu haben. Im Februar 1871 faßte man dann den Beschluß, dass "die sich in unbrauchbaren Zustand befindende Feuerspritze zum Metallwert verkauft und eine neue Spritze im Wert von 400 Gulden angeschafft wird". Dieses Gerät ist heute noch erhalten.

 

 

 

Festschrift 1990 Text:  Franz Kerschensteiner

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Fotos: Anton Bachhuber, Foto-Rösch